Grunewald im Orient – Das deutsch-jüdische Jerusalem. Mit Thomas Sparr
17.04.2018, 18:00 Konferenzraum der Schwarzkopf-Stiftung
17.04.2018, 18:00 Konferenzraum der Schwarzkopf-Stiftung
Rechavia war das deutsch-jüdische Jerusalem, Hauptstadt der Jeckes. Sie waren auf ganz verschiedenen Wegen ins Land gekommen, geflohen, übersiedelt, besuchsweise, zeitweise von der britischen Mandatsmacht interniert, aus zionistischer Selbstbehauptung oder der nationalsozialistischen Verfolgung entronnen. Viele stammten aus Berlin oder hatten dort eine wesentliche Zeit ihres Lebens verbracht. Die Gartenstadt Rechavia nahm etwas vom inneren Grundriss der großen Stadt auf. „Grunewald im Orient“ nannten Bewohner wie Besucher Rechavia nach dem vornehmen bürgerlichen Westen, der im Westen Jerusalems auf eigene Weise auflebte.
Die innere Geografie dieser wenigen Quadratkilometer ist in Büchern, Briefen, Gedichten, Bildern und Fotografien überliefert. Thomas Sparr erzählte uns Geschichten von Else Lasker Schüler, Gershom Scholem, Werner Kraft, Mascha Kaléko, Anna Maria Jokl, Martin Buber, Franz Werfel, Hanna Ahrendt und vielen anderen, und schließt den Kreis mit Fania Oz-Salzberger. Die Historikerin und Tochter von Amos Oz, die um die Jahrtausendwende im Grunewald in Berlin über die Reisen, das Leben und die Spurensuche zumeist junger Israelis in Berlin schreibt.